MORBUS KIENBÖCK

Die Bezeichnung Morbus Kienböck geht auf den Universitätsprofessor Robert Kienböck zurück, er lebte vom 11. 1. 1871 bis zum 8. 9. 1953 in Wien.

Der Morbus Kienböck steht für eine Malaz ie (= krankhafte Erweichung eines Gewebes oder Organs) des Mo ndbeins (Os lu natum).

Der Morbus Kienböck wird auch als Lu natummalaz ie, Lun atum ne krose, Mo nd beinne krose, Mo nd beintod oder Kienböck Kran kheit bezeichnet.

Wo befindet sich das Os lu natum?

Das Handgelen k ist relativ kompliziert aufgebaut ist, wie das Röntgenbild zeigt:

      1) Ulna (= Elle)

2) Radius (= Speiche)

3) Gelenkspalt

4) Processus styloideus ulnae (= Griffelfortsatz der Elle)

5) Os lu natum (= Mo ndbe in)

6) Os naviculare (Kahnbein)

Quelle: http://www.dr-gumpert.de/html/handgelen  k.html

Welcher Personenkreis ist von einem Morbus Kienböck betroffen?

Meist Erwachsene im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, seltener Jugendliche.

Wie entsteht ein Morbus Kienböck?

Wie oben schon kurz erwähnt, durch eine aseptische (= keimfreie) Ne krose (= lokaler Gewebstod als Folge einer örtlichen Stoffwechselstörung) des Os lu natum, in der Regel ist diese aber nicht vollständig, sondern nur partiell (= teilweise). Im weiteren Kran kheitsverlauf löst sich dann der Knochen zunehmend auf, schließlich entsteht eine Handgelenksarthrose.

Die Symptome (= Kran kheitszeichen) eines Morbus Kienböck:

Handgelenkschmerzen, zunächst in Form von Belastungs- bzw. Bewegungsschmerz en, im weiteren Verlauf dann auch Ruheschmerzen, Druck- und Stauchungsschmerzen. Im weiteren Verlauf lassen dann auch Kraft und Beweglichkeit nach. Vorwiegend ist die "Gebrauchshand" betroffen, es können aber auch beide Handgelenke erkranken. Das Ausmaß der Schmerzsymptomatik korreliert beim Morbus Kienböck aber nicht zwingend mit dem aktuellen Stadium.

Ursachen einer eines Morbus Kienböck:

In erster Linie scheinen lokale (= örtliche) Durchblutungsstörungen verantwortlich zu sein, dafür spricht auch die Tatsache, daß unten beschriebene Blockadetherapie so hilfreich ist, denn diese Behandlung fördert sehr stark die Durchblutung.
Ansonsten wird ein Längenmißverhältnis zwischen Elle und Speiche, Dauermikrotraumen (= ständige kleinste Verletzungen) (z.B. bei Pressluftarbeiten, Steinmetzarbeiten u.ä.) oder auch Gefäßanomalien diskutiert.

Diagnosestellung bei Morbus Kienböck:

Stadium 0:

 Keine sichtbaren radiologischen Veränderungen des Os lu natum oder der Umgebung

Stadium I:

 Verdichtung des Os lu natum bei noch erhaltener Kontur

Stadium II:

 mosaikartiges Aussehen durch ein Nebeneinander von Sklerose (= krankhafte Verhärtung von Geweben)
 
und Osteolyse (= Auflösung und Abbau von Knochensubstanz), die Form des Os lu natum ist
 weitestgehend erhalten

Stadium III:

 zusammengebrochenes und fragmentiertes (= zerlegtes) Os lu natum, zusätzlich umschriebene
 Arthrose

Stadium IV:

 Deformierung des Os lu natum mit zusätzlicher Arthrose der Handwurzel

Übliche Therapiemaßnahmen bei einem Morbus Kienböck:

Therapieziel:

Druckentlastung des Os lu natum, um dessen Durchblutung und Stabilität zu verbessern.

Konservative Maßnahmen:

Operative Maßnahmen:

In allen Stadien des Morbus Kienböck kann eine teilweise oder vollständige Denervation (= die teilweise oder totale Trennung eines Organ(system)s von seiner Nervenversorgung durch gezielte Unterbrechung der entsprechenden Nerven) des Handgelenks vorgenommen werden, sowohl als alleiniger, als auch als zusätzlicher Eingriff. (Quelle: http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/005-007.htm)

Spezielle Schmerztherapie

Medikamentöse Schmerztherapie bei einem Morbus Kienböck:
Akut und subakut könnestrong
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®). Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint bei dieser Wirkstoffgruppe das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöht zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien (= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden. 
Manchmal sind aber auch bei einem
Morbus Kienböck die Schmerzzustände nur mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®) (= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar. 
Grundsätzlich sollte aber auch bei einem
Morbus Kienböck eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit vermieden werden. 
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch bei chronischen Arthroseschmerzen
wirksam) (z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei Morbus Kienböck:
Bei anhaltenden Schmerzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockade
n. Dabei wird das schmerzhafte Gelen k wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär (= um die Gelenkkapsel herum) infiltriert. 
Da schmerzhafte Gelen k kann auch mit "Zeel
®" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt. 
Als nächst höhere Therapiestufe kommt bei einem anhaltend schmerzhaften
Morbus Kienböck die kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis (= Armnervengeflecht) zum Einsatz. Da der Pl exus brachial is reich an vegetativen (= das unwillkürliche Nervensystem betreffenden) Nervenfasern ist, tritt neben der nozizeptiven (= die Schmerzreizleitung betreffenden) Hemmung auch eine ausgeprägte Sympathikolyse (= gefäßerweiternde Wirkung) ein, die der zugrunde liegenden Durchblutungsstörung bem Morbus Kienböck kausal (= ursächlich) entgegenwirkt.
Bei herabgesetzter Lokalanästhetika-Konzentration (z.B. 10 bis 15 ml Bupivacain, 0,1 bis 0,15%) bleibt die Motorik (= Muskelkraft) erhalten, so daß begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind. 
Die Methode kann zeitgleich auch beiderseits durchgeführt werden, aus Sicherheitsgründen sollte bei repetitiver Applikation (= wiederholter Einzelverabreichung) diese alternierend (= im Wechsel) erfolgen.
Eine weitere Therapiemöglichkeit wären auch wiederholte Blockaden (=Betäubungen) des Ganglion stellatum (= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) in gehäufter Abfolge, optimal in kontinuierlicher Form mit Katheter*

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) (Lokalanästhetikum) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmer zen, die auf eine verminderte Blutversorgung (Morbus Kienböck !) , auf entzündliche (z.B. Arthritis) oder auch degenerative Prozesse (z.B. Arthrose) zurückzuführen sind, sehr hilfreich ist, denn eine gute Durchblutung wirkt entzündlichen und degenerativen Schmerzursachen kausal (= ursächlich) entgegen.

Aktualisiert: k 07.11.05
A
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B
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C
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D
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P Pansinusitis (www.pansinusitis.de), Paraparese, Paraplegia, Paraplegieparoxysmale HemikraniePatellaspitzensyndrom, Pelvipathie, Periarthritis, Periarthropathia humeroscapularis, Periarthropathie, periphere arterielle Durchblutungsstörungen,  periphere arterielle Durchblutungsstörung, Phantomschmerz, Phantomschmerzen, Plica-Syndrom (Plicasyndrom), Polyarthritis (www.polyarthritis.co.uk), Polymyalgia, Polyneuropathien (1), Polyneuropathien (www.polyneuropathien.com) (2),  Postherpetische Neuralgie (www.postherpetische-neuralgie.de), Postdiskektomie-Syndrom, Postdiskotomie-Syndrom, Postherniotomie-Syndrom, Postnukleotomie-Syndrom, Postthrombotisches Syndrom, Posttraumatische Arthrose, Posttraumatische Kopfschmerzen, Postzosterneuralgie (www.postzosterneuralgie.org), Postzosterische Neuralgie (www.postzosterische-neuralgie.com), Processus styloideus-Syndrom, Proktodynie, Pronator teres-Syndrom, Prosopalgie, pseudoradikuläre Syndrome, psoriatische Arthritis, Psoarisspondarthritis, Pudendus-Neuralgie 
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T Tarsaltunnel-syndrom (www.tarsaltunnel-syndrom.de), Tendinose, Tendinitis calcarea, Tendopathie, Tendinosis calcarea, Tendomyopathie, Tendovaginitis (www.tendovaginitis.de), Tenosynovitis, Tennisarm (www.tennisarm.biz), Tennisellenbogen (www.periarthritis.de/tennisellenbogen), Thorakalsyndrom, Thrombangiitis, Tietze-Syndrom (www.tietze-syndrom.de), Tinnitus (www.tin-nitus.de), Tractus iliotibialis-SyndromTrigeminus-Neuralgie (www.trigeminus-neuralgie.de),
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U Überlastungssyndrome, Ulcera cruris (www.ulcera-cruris.de), Ulcus cruris, Ulkus cruris
Ulnartunnelsyndrom, Uncarthrose (www.uncarthrose.de)
V
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